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  • Bauchgefühl oder List des Teufels? Und was hat das mit Hirn und Nerven zu tun?
August 13, 2022

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  • Wie soll ich wissen, was jetzt richtig ist???
  • Die alten Regeln, die ich in der Gemeinde gelernt habe, wie ich die Stimme Gottes von der Stimme der Versuchung unterscheiden kann, haben mir in meinem Leben nicht geholfen – aber wie soll ich mit dieser Prägung jetzt ein gesundes Bauchgefühl entwickeln können?“

 

Das richtige tun

Warum fällt es uns Ex-Evangelikalen oder Aussteigern aus Sekten und Freikirchen eigentlich so verdammt schwer, zu wissen, „was jetzt DAS RICHTIGE ist“?

Ich bekomme immer wieder Nachrichten von Menschen, die fast verzweifeln, weil sie sich eben nicht wie andere auf ihr Bauchgefühl oder ihre innere Stimme verlassen können, weil sie gar nicht so genau wissen, was das eigentlich ist.

In so vielen (durchaus guten) Ratgebern findet man den Hinweis, mehr auf seinen Bauch als auf seinen Kopf zu hören und es wird berichtet, wie andere das machen.

Nur, dass diese „anderen“ eben auch nicht damit aufgewachsen sind, die „List des Teufels“ in so vielen Alltäglichkeiten förmlich zu suchen und die „Stimme der Versuchung“ von der so schwer zu erkennenden „Stimme Gottes“ zu unterscheiden, die man in Bibelstellen, Begegnungen, Gedanken, Gefühlen und selbst aus scheinbaren Zufällen „erfahren“ kann.

Das Bestreben, das „Richtige“ zu tun, ist tief in uns Menschen angelegt – und ist für Aussteiger aus religiösen Gemeinschaften oft für lange Zeit ein scheinbar nicht zu bewältigendes Problem: Was ist nur meine Prägung, die ich ablegen will und was führt mich (evtl.) doch in eine Hölle? Ich selber hatte damals das Gefühl, das meine innere Stimme einen irreparablen Schaden genommen hat. Dass ich wohl nie meinem „Bauch“ vertrauen kann – weil meine Prägung einfach zu stark war.

 

Umfrage auf Instagramm

Ich hatte letzte Woche eine Umfrage auf Instagram gemacht, bei welchen Fragen es schwer fällt, das Bauchgefühl von der List des Teufels zu unterscheiden. Hier das Ergebnis von 121 Teilnehmern (danke an alle, die mitgemacht haben!):

Ich erschaffe mir gerade ein neues Bild von Gott, weil ich nicht mehr an einen strafenden Gott glauben will – oder ist das der Teufel, der mich langsam vom rechten Weg abbringt?Ich erschaffe mir gerade ein neues Bild von Gott, weil ich nicht mehr an einen strafenden Gott glauben will – oder ist das der Teufel, der mich langsam vom rechten Weg abbringt?
Ich interessiere mich für wissenschaftliche Themen (Kosmologie Evolution, …), aber es könnte auch sein, dass ich dann nicht mehr richtig glauben kann
Wenn ich den Gedanken zulasse, dass es Gott ggf. nicht geben könnte – öffne ich damit dem Teufel die Tür?
Ich habe mich verliebt, aber er/sie ist nicht so tief gläubig
Sich damit zu beschäftigen, dass man sich von den Ängsten an eine Hölle befreien kann, könnte auch dahin führen, dass ich noch sicherer in eine Hölle kommen könnte
Ist das Mitmachen an dieser Umfrage bereits ein Schritt von Gott weg?

 

Faktoren der Verunsicherung

Vielleicht sind noch weitere Faktoren für diese Verunsicherung verantwortlich, aber im Wesentlichen ist es ein offensichtlicher Punkt und dann noch ein weiterer, den wir vielleicht nie beachtet haben:

Der offensichtliche Punkt ist in unserer Prägung begründet und der Arbeitsweise unseres Gehirns, bewährten Gedankengängen den Vortritt zu lassen. Wenn wir also ein ganzes Leben geglaubt haben, dass ein Teufel mich sehr listig von Gott weglocken will, dann ist es nicht ungewöhnlich, dass wir immer noch ständig auf der Hut sind und gerade hinter dem Positivem, was uns begegnet, eine mögliche List dieses Teufels vermuten. Man kann vereinfacht sagen, dass die Gedanken in unserem Gehirn den Weg des geringsten Widerstandes nehmen und jedes mal eine Art Bestätigung erfahren, wenn dabei eine mögliche Gefahr für Leib und Leben (oder unsere Ewigkeit) entdeckt wird.

Der nicht so offensichtliche Punkt liegt in der Arbeitsweise unseres Nervensystems – und wenn du mir schon eine zeit lang folgst, wirst du immer mal wieder etwas darüber bei mir gelesen haben. Super kurz zusammengefasst pendelt ein gesundes Nervensystem ständig zwischen Anspannung und Entspannung hin und her – und hilft uns auf diese Weise sogar, selbst harte Schicksalsschläge bewältigen zu können. Von einem Trauma sprechen wir, wenn die Belastung jedoch weit über ein erträgliches Maß hinausgegangen ist. Von einem Entwicklungstrauma sprechen wir, wenn wir über einen längeren Zeitraum über die Maßen belastet wurden und das Nervensystem jetzt nicht mehr in der Lage ist, zu pendeln. Es ist dann so, als wenn sich permanent eine mögliche Bedrohung in nächster Nähe befindet und der Körper in einer latenten Anspannung gehalten wird, um ggf. blitzschnell reagieren zu können. Dieser Zustand nimmt einen so großen Teil unserer Aufmerksamkeit in Anspruch, dass wir nicht mehr in der Lage sind, auch anderen Dingen die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken.

Die Symptome von Menschen, die sich aus einer strengen evangelikalen Prägung befreit haben, ähneln sehr den Symptomen bei genau diesem Entwicklungstrauma. Die Bedrohung ist in diesem Fall die allgegenwärtige, mögliche List des Teufels, uns von Gott weg (und in die Hölle) zu locken. Und wenn uns beigebracht wurde, dass jeder Gedanke, den wir denken, entweder von Gott oder vom Teufel kommen könnte, dann war unsere Welt nie sicher.

 

Einladung zu kleinen Schritten

Um genau diese Themen geht es in meinem Kurs Religiöses Trauma – Veränderungen gelingen lassen

  • Was bedeutet ein „Religiöses Trauma“ für mein Nervensystem und mein „Window of Tolerance“?
  • Welche Muster hat mein Gehirn damals erstellt – und bin ich dem wirklich ausgeliefert?
  • Wie kann ich meine „Selbstregulation“ wieder stärken?
  • Was kann ich tun, wenn es mir wirklich dreckig geht?
  • Welche 3 Kategorien von Möglichkeiten habe ich, mein Nervensystem langfristig zu stabilisieren?
  • Wie kann ich meine Vergangenheit in mein Leben „integrieren“?
  • Wie finde ich die Ressourcen in mir, die Veränderungen gelingen lassen?

Alle Infos (Details, FAQ´s, Anmeldung, …) findest du hier und ich lade dich ganz herzlich zum „ausprobieren“ ein.

Warum „ausprobieren“?

  • Weil wir alle unsere Schwierigkeiten sehr individuell erleben und es nie die eine pauschale Methode gibt, die für uns auch wirklich passt.
  • Weil wir auf diesem Weg unseren Körper besser kennenlernen.
  • Weil wir uns so die große Freiheit geben, mit kleinen Schritten eine Richtung zu finden, in die wir gehen können.

 

Mach aus deinem Leben ein Meisterwerk!

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