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Heute geht es wieder um einen Gedanken aus meiner Umfrage. Es ist der Gedanke, der aktuell am 2 häufigsten genannt wurde, wenn es um Belastungen geht, die Menschen empfinden, die sich von einer Sekte, Freikirche oder einer anderen religiösen Gemeinschaft getrennt haben.

Und wenn du mir schon ein wenig folgst, wirst du wahrscheinlich hier und da schon gehört haben, dass es immer unsere Gedanken sind, die uns eine Zeitlang eine Realität erschaffen, in der wir dann leben und der wir dann auch glauben - weil unser eigenes System so angelegt ist, überall nach Bestätigungen zu suchen.

So war es in der Zeit, als andere uns einen Glauben mit einem bestimmten religiösen Weltbild vermittelt hatten, und heute ist es vielleicht wieder so, wenn wir manchen unserer Gedanken so einfach glauben.

Der Gedanke, um den es heute geht, und den so viele bestätigt haben, ist: "Ich habe das Gefühl, dass ich zwar das gleiche mache wie alle anderen, nur dass es bei mir irgendwie nicht funktioniert."

Oder etwas vereinfacht ausgedrückt und auch allgemeiner: "Aufgrund meines Anders-Seins genüge ich nicht". Das ist der Kern dabei. Und dann erhalte ich Bestätigungen darin, wenn ich mein Ergebnis mit dem der anderen vergleiche: Und es ist eben nicht das gleiche.

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Ich möchte heute 2 Gedanken dazu mit dir teilen:

1. Der Gedanke ist schlicht & ergreifend nicht richtig!

Wir tun nicht das gleiche wie alle anderen. Und das sollte uns klar sein, wenn wir dieses Ziel verfolgen. Versteh mich nicht falsch: Ich finde die Vorgehensweise, das zu tun, was andere tun, gar nicht verkehrt. Im Gegenteil: Wir sollten das auch so machen, wenn wir z.B. etwas neues erlernen wollen. ABER: Wir müssen wissen, dass wir einen Blinden Fleck haben, wenn wir auf das schauen, was wir wirklich tun. Unsere Sinne melden uns etwas, was nicht real ist. Das kannst du sogar testen: Den offensichtlichsten Blinden Fleck haben unsere Augen. Wenn du das mal googelst, findest du eine ganze Reihe solcher Test - und in der Regel wird das als recht lustig empfunden, wenn auf einmal etwas vor unseren Augen verschwindet und dann wieder auftaucht. Im Alltag merken wir das nicht (deswegen Blinder Fleck), weil unser Gehirn das, was wir für einen kurzen Moment nicht sehen, einfach simuliert. Es ist auch nicht schlimm, weil es gut genug funktioniert, damit wir überleben. Diesen Blinden Fleck haben wir auch in anderen Bereichen. Z.B. bei dem, was wir tun. Wenn du einen Sport betreibst, bei dem es um Koordination geht und du willst eine neue Bewegung erlernen, erhältst du schon sehr früh das Feedback von deinem Körper, dass du die Bewegung genau so machst, wie du sie bei anderen siehst. Und dein Trainer steht neben dir und sagt: No - du bist noch nicht mal im Ansatz da. Und erst mit der Zeit erreichst du ein Ergebnis, was dich weiterbringt. Und genauso ist das auch, wenn du glaubst, auch andere Dinge wie alle anderen zu machen. Z.B., wenn du dich in deiner Umgebung integrieren willst:

  • Du hältst doch auch Smalltalk wie alle anderen
  • Du bist doch auch in einem Verein wie alle anderen
  • Und auch in deinem Beruf machst du doch das gleiche wie alle anderen

Und jetzt, ohne dich zu kennen: Wahrscheinlich hast du auch hier einen blinden Fleck

Und dazu jetzt der 2. Gedanke, den ich mit dir dazu teilen will, und der auch viel wichtiger ist:

Es ist auch richtig so, dass du ein anderes Ergebnis erhältst.

Vielleicht hast du das noch nie so gesehen, aber es sollte sogar so sein, dass, wenn du etwas tust, was andere auch tun, bei dir etwas anderes herauskommt.

Der große Denkfehler, den wir begehen: Wir wollen gerne so sein, wie alle anderen und denken, dass wir es damit leichter haben.

Aus dem Grund sagen Eltern und auch Lehrer gerne, dass ihre Kinder doch etwas lernen sollten, was viele andere auch lernen, weil sie so leichter einen Arbeitsplatz finden könnten. Oder dass sie in eine große Firma gehen sollen, weil dort der Arbeitsplatz sicherer sei.

Das Gegenteil ist der Fall! Im Geschäfts-Bereich nennt man das Positionierung:

  • Wenn du das tust, was alle anderen tun, wirst du nicht gesehen - und hast es umso schwerer
  • Wenn du einen Beruf erlernt hast, den alle anderen um dich herum auch erlernt haben, gibt es auch 1000 andere, die sich um eine neue Stelle bewerben wollen.
  • Wenn sich 1000 Menschen auf eine Stelle bewerben, wird das Unternehmen nicht mit einem großen Gehalt locken
  • Wenn du im Job etwas machst, was alle anderen auch machen, kann dein Chef dich sofort austauschen
  • Wenn du etwas verkaufen möchtest, was viele andere auch verkaufen, finden deine Kunden keinen Grund, dir ihr Geld zu geben

Ich denke, wir brauchen nicht darüber zu reden, dass ANDERS SEIN natürlich auch ein Problem werden kann. Z.B. wenn die anderen nicht recht wissen, wie sie mit uns umgehen sollen.

Aber vielleicht sind wir auch einfach in der falschen Umgebung. Vielleicht müssen wir neue Umgebungen suchen und Menschen finden, die das schätzen, was uns so anders erscheinen lässt. Die in dem ANDERS-SEIN etwas Besonders sehen.

Oder wir finden kreative und clevere Wege, wie wir die Eigenschaften, die wir aufgrund unserer Vergangenheit in uns tragen, für unsere bestehende Umgebung interessant oder sogar wertvoll machen können. So, wie ein stiller und nachdenklicher Mann mir neulich erzählt hat, dass er sich angewöhnt hat, immer wieder den Menschen um sich herum ein ehrliches Kompliment für etwas zu machen, was vielleicht nur er gesehen hat.

Oder wir verbinden die beiden Punkte: Wir suchen nach Eigenschaften und Fähigkeiten, die uns besonders machen und suchen dann nach neuen Umgebungen, in denen wir sie einsetzen können.

  • Ist das einfach? Nein. Aber es ist auch nicht einfach, einer in einer großen Masse zu sein.
  • Hatten andere bessere Startbedingungen: Ganz sicher.
  • Ist das fair? Ganz sicher nicht.
  • Haben andere größere Chancen für ein glückliches Leben? Diese Frage sollten wir nicht vorschnell beantworten.

Es ist nicht unsere Vergangenheit, die uns ein Problem bereitet - in der Regel sind es fehlende Fähigkeiten. Und manchmal auch einfach nur fehlende Ideen. Aber dafür kannst du ja den Kanal abonnieren und die Glocke aktivieren. Dann bekommst du Ideen.


In diesem Sinne, mach´s gut, bleib neugierig und Tschüss bis zum nächsten Mal

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