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Kurze Beiträge zu knackigen Themen

Kategorie(n): YouTube, For Beautiful Minds, RTS 

Zu dem heutigen Thema gibt es auch ein Kurzvideo aus einer Serie, in welcher ich die 10 häufigsten  Probleme vorstelle, die in einer aktuellen Umfrage von Menschen genannt wurden, die eine solche Vergangenheit z.B. in einer Sekte, Freikirche oder einer anderen religiösen Gemeinschaft erlebt haben. Und Scham belegt in dieser Umfrage den Platz 3 + 4 gleichzeitig.

Wenn du etwas Vergleichbares erlebt hast, kennst du vielleicht dieses ausgrenzende Gefühl der Scham von damals,

  • wo du als Kind einen Glauben hattest, den kein anderer in deiner Klasse "so extrem" hatte
  • wo andere über Filme gesprochen haben, die für dich tabu waren
  • wo andere Musik hörten, die du nicht hören solltest
  • Oder vielleicht auch, wo du als Kind oder Teenager "missionarisch" aktiv warst - zusammen mit anderen aus deiner Gemeinde oder deinen Eltern
  • wo du in Gruppenabenden für Missionare gebetet hast, während andere Kinder beim Fußballspielen und später im Kino oder in der Disco waren

Auch in der Umfrage wird deutlich, dass die meisten heute berichten, wie in einer Parallelwelt gelebt zu haben, die aber trotzdem völlig normal für sie war. Als  sie sich dann irgendwann von ihrem Glauben aus der Kindheit getrennt hatten, entwickelte sich oft das Gefühl des "sich Schämens" für das, WER sie in ihrer Vergangenheit waren. Und es geht oft noch tiefer: Es verbindet sich mit der Scham, dass sie etwas von ihrer Vergangenheit immer noch in sich drin haben. Etwas, was sie immer noch und immer wieder von den anderen um sie herum trennt.

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Wenn du eine solche Vergangenheit hattest, hast du vielleicht schon mal versucht,  anderen das zu erklären, was du damals fest geglaubt hast. Und ich gehe jede Wette ein, dass du danach keine große Lust hattest, das noch einmal zu wiederholen. Denn höchstwahrscheinlich hat die Reaktion deines Gegenübers nicht auf eine Weise stattgefunden, die dir das Gefühl wahrhaftigen Verstehens vermittelt hat - und du kannst ihm noch nicht einmal einen Vorwurf machen.

Es ist in etwa so wie mit dem Glauben an den Osterhasen oder den Weihnachtsmann: Wir finden es in unserer Kultur völlig ok, wenn unsere Kinder eine Zeitlang daran glauben. Wir verbinden in diesen Geschichten ja immer auch ein wenig Moral und Werte, wodurch sie einen bedeutenden Beitrag zur gesunden Entfaltung eines Kindes leisten.

Aber wir wären im Höchstmaß verstört und irritiert, wenn uns jemand sagen würde, dass er mit 20 immer noch daran geglaubt hat. Oder gar, dass er sich heute mit 40 immer noch nicht ganz sicher ist, ob zumindest das mit dem Weihnachtsmann nicht doch stimmen könnte. Wahrscheinlich würden wir versuchen, schnell mit einem Witz darauf zu reagieren und dann geschickt das Thema zu wechseln.

Und wenn du damals als Kind diese ausgrenzenden Erfahrungen gemacht hattest, dann wirst du wahrscheinlich festgestellt haben, dass die Reaktionen der anderen heute wie damals recht vergleichbar sind. Du siehst es in dem Gesichtsausdruck, in der irritierten Sprache, in den Gesten, in der Haltung und du siehst es in den Folgen.


Aber gerade, wenn wir Scham bereits unser ganzes Leben kennen, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, wie weit es mein Leben beeinflusst.

Und wenn wir zu dem Schluss kommen, dass es unser Leben einschränkt, dann ist das nicht nur ein Gefühl, das eben zu uns gehört, sondern dann ist das in erster Linie eine Aufgabe.


Ein erster Schritt kann dann sein, dass du dir ins Gedächtnis rufst, dass du damals Kind warst und dass DU ganz bestimmt nicht "falsch" warst, als andere etwas in deinen Kopf einpflanzten und dafür gesorgt haben, dass es da auch drin bleibt. Und du kannst weitermachen, indem du heute deine eigenen inneren Dialoge nach Glaubenssätzen durchforstest, mit denen du selber das Gefühl von Scham in dir immer präsent hältst, bis es irgendwann toxisch wird. Und wenn dir nicht gefällt, was du da findest, dann kannst du diese Glaubenssätze ändern. Z.B. mit der Methode von Byron Katie, zu der ich auch schon ein Video gemacht habe.


Das Entscheidende dabei ist nur, dass du das auch tust. Und deswegen sag ich heute auch nicht: bleib neugierig, sondern: komm ins Handeln.

Mach’s gut bis zum nächsten Mal und Tschüss,

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