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  • „Religiöses Trauma Syndrom“, Teil 3: Warum es so wichtig ist, dass es diesen Begriff gibt

wenn ich im Baumarkt den Namen eines bestimmten Werkzeuges nicht kenne, tue ich mir oft sehr schwer mit Erklärungen – und der Verkäufer rollt schon wieder mit den Augen …

Wenn es mir „irgendwie“ schlecht geht und meine Frau mich fragt, ob ich was falsches gegessen habe, schlecht geschlafen habe oder ob mir schwindelig ist, ist es manchmal so, als wenn ein kleines Licht angeht: „Stimmt, mir ist schwindelig“.

Es fühlt sich fast so an, als wenn ich das vorher noch gar nicht gewusst hätte…

Wenn ich beginne, ein Tagebuch zu führen, fällt es oft enorm schwer, seine Gefühle zu beschreiben und ich komme erst nach vielen Korrekturen zu einem Ergebnis, dem ich auch voll zustimmen kann.

Aber dann fällt mir bereits ein kleiner Stein vom Herzen und ich schaue ein wenig stolz auf die Zeilen vor mir und kann sagen: „Ja, das trifft es jetzt auf den Punkt: Das bin ich!“

Ich hab ein Stück „Klarheit“ gewonnen!

Was passiert im Kopf bei dem Vorgang, wenn wir einem „diffusen“ Gefühl einen Namen geben können?

Wir haben in Teil 2 dieser Serie gesehen, dass Menschen, die von RTS betroffen sind, sich oft ihrer Vergangenheit schämen, eine tiefe Verunsicherung spüren oder sich nicht verstanden fühlen. Dieser Vorgang findet überwiegend in der rechten Gehirnhemisphäre statt. Was wir auf diese Weise erleben, können wir nicht in Worte fassen. Es ist einfach da und wir erleben nur die Symptome – oder leiden an ihnen.

Manchmal ist es dann so, als wenn das Gefühl wie mit Fangarmen in alle Richtungen nach einer Begrifflichkeit sucht. Finden wir nichts, fühlen wir uns „lost in space“.

Sobald wir nun erste Worte finden, schalten sich Bereiche unserer linken Gehirnhemisphäre hinzu. Und auf einmal können wir logischer damit umgehen.

Wir selber gewinnen dabei an „Klarheit“ und können jetzt z.B. anfangen, einen zu Plan erstellen, wie ich mich mit dem Thema auseinandersetzen will.

Was hat es auf sich mit dieser „Klarheit“?

Wahrscheinlich ist sie das, was ich im tiefsten Inneren suche. Ein Mensch mit einem Religiösem Trauma Syndrom

  • hat diese „Klarheit“ über Gott und die Welt vielleicht sogar einmal gehabt – bis sie wie eine Blase geplatzt ist
  • sieht in seinem Umfeld überall Menschen, die scheinbar „klarer“ durchs Leben gehen
  • kann die Symptome, an denen er leidet, nur sehr schwer in „klare“ Worte fassen und
  • sieht seine Zukunft alles andere als „klar“

Ich weiß nicht, wie es dir ergangen ist, als ich im letzten Teil der Serie verschiedene Symptome aufgezählt habe, die unter dem Begriff „Religiöses Trauma Syndrom“ zusammengefasst sind.

Mir ging es damals beim ersten Lesen so, als wenn ich ein Stück „Klarheit“ über meine Situation erhalten habe, die ich selber nie in Worte fassen konnte. Und ich konnte fast nicht aufhören, die Liste weiter zu lesen: „Ja“, „stimmt“, „ja”, „ja“, „genau“, „sch….e ja“, „bei mir auch“, „kenn ich gut“, …

Natürlich wühlt das auf. Aber diese Gefühle wurden jetzt von einem Gedanken begleitet: „Wenn es einen Namen gibt, dann gibt es vielleicht auch eine Lösung“.

Und dann darf geschehen, was mich im Leben immer wieder fasziniert: Energie folgt der Aufmerksamkeit.

Es ist, wie wenn ich durch eine Türe gehen darf.
Und darum geht´s in den nächsten Teilen…

Mach aus deinem Leben ein Meisterwerk,

 

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