Kurze Beiträge zu knackigen Themen

Heute gibt es den letzten Teil dieser Mini-Serie, die sich mit Glaubenssätzen beschäftigt, die wir oft in uns tragen, wenn wir uns von einem Glauben getrennt haben und jetzt merken, dass wir irgendwie nicht weiterkommen. Wenn du erst jetzt dazukommst – dies waren die letzten Glaubenssätze, die wir uns angesehen haben:

  1. Wir glauben, Ängste verschwinden „irgendwie“ mit der Zeit
  2. Wir glauben, dass wir Gott nur richtig oder anders verstehen müssen
  3. Wir glauben, dass hinter einer Hilfe der Teufel stecken könnte
  4. Wir glauben (immer noch), die Welt ist tendenziell schlecht

Und heute geht es den Glaubenssatz: „Mir kann keiner helfen

  • „Das ist einfach meine „besondere“ Vergangenheit, unter der ich mein Leben lang leiden werde“
  • „Bei mir funktionieren die Hilfen nicht – ich hab´s probiert“
  • Oder auch „Bleib mir blos weg mit irgendwelchen Hilfen, die auch mir helfen werden, wenn ich nur …“

(Quelle: Ich, als ich von deren Richtigkeit bestimmt 3 Jahre überzeugt war)

Ich hatte davon gehört und gelesen, dass andere wieder zu einem glücklichem Leben gelangen konnten. Ohne diese Unsicherheit und ohne diese ständigen Zweifel, Ängste und Stimmen. Es gab damals schon wirklich gute Bücher und Ratschläge von Menschen, die über Methoden und Tipps berichteten, wie man seine innere Stimme als Wegweiser nutzen kann oder wie man seine Vergangenheit „aufarbeiten“ und „bewältigen“ kann. Nur: Ich glaubte, dass das für mich nicht anwendbar ist, weil meine 25-jährige Prägung eben ein wenig anders war und, weil ich bereits das eine oder andere ausprobiert hatte unweil … (siehe oben)

Und jetzt passierten 2 Dinge parallel:

  • dadurch, dass ich mich bereits aufgrund anderer Glaubenssätze (z.B. denen aus den vorigen Beiträgen) eingekapselt hatte, wurde aus meiner gefühlten Ausweglosigkeit langsam eine Erfahrung. Es war deutlich mehr als eine Vermutung: Ich war überzeugt!
  • Gleichzeitig baute sich eine Art „Schutz“ gegen Hilfe auf. Erst langsam, dann immer mehr. Denn dadurch, dass immer mehr Bücher und Ratgeber auf den Markt und damit in mein Blickfeld kamen, was ich denn alles tun könnte(/müsste), und dass es mit der richtigen Methode „ganz leicht“ wird, wurde das Vertrauen in meine „Selbstwirksamkeit“ unterminiert – in diesen existentiellen Glauben daran, Herausforderungen selber lösen zu können.

Ich gestehe: Ich kenne keinen „Königsweg“ aus diesem Glaubenssatz.

Ich habe allerdings ein starkes Ur-Vertrauen in unseren Geist, der sich seinen Weg sucht. Es ist dann immer die wunderbare Kombination aus einem für mich richtigen Impuls, zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Umgebung (und wahrscheinlich noch anderer richtiger Umstände)…

Und dann haben wir etwas gefunden, mit dem etwas neues beginnen kann, weil wir es für uns entdeckt haben.

Es ist dann so, als wenn unser Körper uns schon immer die richtigen Impulse geschickt hat und nur auf diesen Moment gewartet hat. Wir können dann sehen, wie der Prozess der Selbstwirksamkeit in uns anfängt und wie uns unser Körper dabei unterstützt: Seit es uns gibt, sind wir von einem Nervensystem durchzogen, mit dem wir uns selbst regulieren können – und zwar bewusst oder unbewusst: Mit dem „sympathischen Teil“ dieses Systems können wir anspannende Gefühle initiieren, mit dem „parasympathischen Teil“ entspannende. Und auf einem ganz natürlichen Weg „erschaffen“ wir uns eine Art Balance in unserem Leben: Muskeln werden stimuliert, Organe reagieren darauf und ein faszinierender Prozess setzt sich in Gang, der uns für unseren Alltag befähigt – und auch vor einem tiefen Glücksgefühl nicht Halt macht.

Und wir schaffen es auch, die Fähigkeit zur Regulation wieder neu zu entdecken, wenn sie uns abhanden gekommen ist.

Bleib neugierig auf das, was in dir steckt,

Und wenn du sehr neugierig bist und mehr über diese speziellen Fähig- und Möglichkeiten unseres Körpers wissen willst, lade ich dich herzlich zu meinem Selbsthilfekurs „Veränderungen gelingen lassen“ ein.

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