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  • „Mein permanent schlechtes Gewissen“ oder „Wo ich jetzt (nicht) spenden sollte“
März 17, 2022

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Nach meinem letzten Post hat mir jemand von seinem “belastendem schlechten Gewissen” erzählt, welches er jedesmal hat, wenn er einen neuen Krisenherd in den Nachrichten sieht – und nicht gleich spendet.

Ich frage zurück: Was meinst du mit “spenden”?

Und daraus ist dieser Post geworden:

Natürlich war mir klar, dass es hier um eine Geldspende ging. Aber manchmal ist es hilfreich, den Blick dafür zu weiten, was wir alles spenden können, was davon sinnvoll ist – und was wir auch nicht spenden sollten.

 

Zunächst einmal ist ein schlechtes Gewissen eine Form von Selbstbestrafung – in diesem Fall für unterlassene Hilfeleistung – und “wir” haben in unserer Vergangenheit eine besonders “intensive” Dosis von Schuldgefühlen mitbekommen (“Schuld fängt bereits in Gedanken an”, …), die nicht selten zu einer “Suche nach Schuld” entartet ist. Es ist also nicht verwunderlich, dass diese Gedankenmuster immer wieder anspringen und dann in einem Gedankenkarussell enden. Ein klassischer Trigger.

Heute soll es aber nicht um ein klassisches Trigger-Management gehen, sondern einfach um den Punkt, was ich denn jetzt sinnvoll spenden kann.

Und dennoch kann es sein, dass das schlechte Gewissen verschwindet, sobald wir sinnvolle Handlungsmöglichkeiten für uns erkennen – und uns von anderen trennen.

 

Denn nicht spenden solltest du das:

  • Deine Zeit für Nachrichten und sozialen Medien.
    Dafür ist sie zu kostbar und du könntest sie einfach besser nutzen!
    Mach mal Pause mit dem Konsum. Warum nicht mal einen ganzen Tag, oder sogar 2 Tage?
    Lass dich im Anschluss freudig überraschen, welche negativen Prognosen alle nicht eingetroffen sind
  • Deine Zeit für negative Kaffee-Gespräche:
    Du wirst die Domino-Situation kennen: Man unterhält sich mit Kollegen oder Freunden und irgendeiner fängt mit einer schrecklichen Nachricht an, die er “irgendwo” gelesen hat – und zack: geht das Spiel weiter mit dem, der das ganze noch toppen kann, …
    Es ist aber deine Entscheidung, hier mitzumachen und dein Gehirn dem auszusetzen.
    Du kannst dich auch einfach von diesen Menschen fernhalten und das als Psychohygiene, Fasten oder einfach Selbstschutz verbuchen
  • Geld oder Sachwerte auf Anzeigen mit Bildern, die mit hohem Marketingaufwand dein Mitleid ansprechen – das ist in der Regel nicht die Methode von seriösen Hilfsorganisationen

Dagegen sind hier Spenden wirklich sinnvoll:

  • Spende Zeit für dein Kind
    Deine Kinder werden dich auch in deinem Umgang mit dieser “aktuellen Bedrohung” spiegeln:

    • Sie lernen von dir, ob sie auf die Nachrichten mit Angst reagieren sollten.
    • Sie lernen das aus der Art, wie du sprichst, deiner Körperhaltung und aus kleinsten Mikroexpression in deinem Gesicht.
    • Sie lernen es vielleicht im gleichen Ausmaß, wie du von deinen Eltern die Angst vor einer möglichen Strafe Gottes auf kleinste Vergehen gelernt hast.
    • Gib deinem Kind jetzt einen Ort der Geborgenheit, der Heiterkeit und der Freude.
  • Spende Zeit für dein inneres Kind
    Es ist überaus hilfreich, deinem inneren, vielleicht verängstigtem Kind jetzt mehr Aufmerksamkeit zu widmen und ihm die Stärke zu geben, die du heute als Erwachsener hast.
    Nadja Hollinger hat in ihren letzten Posts auf Instagram einiges dazu geschrieben.
  • Spende Zeit für die Menschen um dich herum, die nicht die gleiche Stärke haben wie du.
    Berichte, wie du jetzt mit dir umgehst oder auch nicht umgehen willst
  • Und natürlich kannst du auch die Freiheit haben, Geld oder Sachgüter zu spenden. Es gibt gute Portale, die hilfreiche Auskünfte über entsprechende Organisationen geben. Es gibt viele gute Möglichkeiten, die viele auch umsetzen.
    Ich mache z.B. folgendes:

    • Ich unterstütze eine Organisation, der ich mein Vertrauen schenke, pauschal und nicht “aktionsbezogen”. In der Regel verfügen Hilfsorganisationen über bessere Informationen und Hintergründe als ich und können auf diese Weise sinnvoller helfen.
    • Ich verabschiede mich von dem Wunsch, dass die Organisation alles richtig machen wird.
    • Ich überlege mir, ob die Werte, die die Organisation vertritt, auch meine Werte sind.
      Ich persönlich würde z.B. keine Hilfsorganisation pauschal unterstützen, die neben der humanitären Hilfe gleichzeitig auch einen missionarischen “Auftrag” verfolgt
    • Ich überlege mir eine langfristige Strategie (z.B. mit einem Dauerauftrag). Damit gebe ich der Organisation die Möglichkeit, sinnvoll zu planen und auch größere Projekte zu stemmen. Auch gehe ich von dieser Strategie nicht weg, nur weil ein neuer Krisenherd im Fernsehen gerade öfter gezeigt wird.
    • Ich mache es ein wenig anders, aber wenn du auch spontan reagieren möchtest, teil den Spendenbetrag in einen festen mit Dauerauftrag und einen weiteren, mit dem du dann auf aktuelle Situationen reagieren kannst.

 

Darüber hinaus liegt meiner Meinung nach das Wertvollste, was ich spenden kann, immer da, wo auch meine Stärken liegen.
Beispiel: Keinem wäre geholfen, wenn ich ihm beim Malern helfen würde. Ich würde mich zwar anstrengen, aber das Ergebnis wäre immer nur mittelmäßig! Darüber hinaus hätte ich Zeit investiert, die ich woanders sinnvoller hätte einbringen können. Malern ist nicht meine Stärke!

 

Soweit meine kleine Zusammenfassung von Möglichkeiten – und vielleicht findest du für dich eine Hilfe, die innerhalb deiner wunderbaren Stärken liegt.

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