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Hast Du schon mal über den Unterschied zwischen Schuld und Scham nachgedacht?

 

Während Schuld etwas ist, was ich getan habe (und was sich manchmal auch wieder in Ordung bringen läßt), ist Scham etwas, was meine Person an sich angeht. Und das Gefühl kann sehr tief gehen und mein Leben lähmen.

Scham entwickelt sich bei uns Menschen in der frühesten Kindheit, wenn wir beginnen, unsere Umwelt zu erkunden. Dabei gibt es einen biologischen Reflex, der uns erstarren läßt, wenn die Mutter z.B. „Hör auf“ in einer bestimmten Tonlage ruft. Dieser Reflex schützt uns vor einer Gefahr und hält uns am Leben. Diesen Reflex nennen wir Scham.
In einer „normalen“ Erziehung wird die Mutter danach das Kind wieder in die Arme schließen und ihm Liebe und Zuwendung geben. Eine Art „Balance“ entsteht.

 

Aber dann gibt es eine toxische Entwicklung, wenn Scham nicht „ausgeglichen“ wird oder sogar verstärkt wird. Diese Form von Scham hindert uns an einem glücklichen Leben, weil wir der Überzeugung sind, „falsch“ zu sein. Nicht dazu zu gehören. Nicht willkommen zu sein.

 

„Wir“ haben eine breite Grundlage für Scham gleich in unserer religiösen Erziehung erhalten, wenn uns gesagt wurde, dass wir als Menschen an sich schlecht sind (Thema „Erbsünde“, …). Dass unsere Gedanken bereits „Sünde“ sind. Dass Selbstbefriedigung „Sünde“ ist. Und nicht alles davon musste ausgesprochen werden…
Vielleicht waren wir als Christ auch missionarisch aktiv und haben uns bei unserem Einsatz „geschämt“. Ich kenne dieses Gefühl, als ich bereits als Kind christliche Aufkleber auf meinen Schul-Ranzen klebte oder christliche Traktate in der Nachbarschaft verteilte oder später bei der Bundeswehr meinen Kameraden gleich in der Kennenlern-Runde sagte, dass ich Christ sei. Scham hatte etwas „märtyerhaftes“ an sich. Ich „litt“ für meinen Glauben!

 

Dann, nach dem Bruch mit meinem Glauben, kam dieses Gefühl wieder, als ich mich meiner christlichen Vergangenheit schämte.

 

Und ich kenne diesen Blick, wenn mir andere vorsichtig von ihrer Vergangenheit erzählen, derer sie sich schämen: Wenn sie im Blick des anderen nach Anzeichen suchen, ob man verstanden oder belächelt wird.

 

Während Schuld oft als etwas „handfestes“ empfunden wird, ist Scham eher das unterschwellige Gefühl. Und es wendet sich immer gegen meine ganze Person. Scham kann eines der zerstörerischsten Gefühle sein – und man kann es nicht durch Argumente beseitigen.

 

Wie bereits in einem anderen Coachinbrief („Die schönste Liebeserklärung„) beschrieben kann ich aber anfangen, liebevoller mit mir umzugehen.
Ich kann mir sagen, dass ich „in Ordnung“ bin. Auch, wenn sich das am Anfang irgendwie komisch anhört und ich das auch gar nicht glaube: Ich bin in Ordnung, so wie ich bin und so wie ich war!
Wir waren Kinder(!), als wir das Leben gelebt haben, dessen wir uns jetzt vielleicht schämen. Und wir waren bestimmt nicht „falsch“!

 

Ich lade dich zu einer vielleicht völlig neuen Kommunikation mit dir selber ein: Tu dir diesen Gefallen und übe es, wertschätzend mit dir selber umzugehen:

  • Für die, die bereits wissen, wieviel „Regelmäßigkeit“ in einem Veränderungsprozess bewirken kann, kann das vielleicht bedeuten, dass du dir jeden Abend 5 Dinge aus deinem Tag raussuchst und dir sagst, dass du die richtig gut gemacht hast – und mit diesen Gedanken in die Nacht gehst.
  • Und für die, die wirklich schräg drauf sind, hab ich eine wirklich irrsinnige Übung: zähl man völlig fasziniert und übertrieben 5 Minuten alles auf, was du gerade so machst: „Boh, ich hab mir ein Marmeldenbrot geschmiert“, „Guck mal, wie toll ich einkaufen war“, „Wahnsinn, wie klasse ich die Blumen gegossen habe“, „Hey, ich bin gerade die Treppe hochgelaufen“. Nimm wirklich ganz banale Dinge, denen du normalerweise keinerlei Bedeutung gibst und mach das 5 Minuten lang. Du wirst die Erfahrung machen, dass dein Körper irgendwann einfach „mitmacht“ und du dich nach kurzer Zeit wirklich freust.

Und wenn Du jetzt denkst, dass das ja nur oberflächlich ist, dann geb ich dir recht – wenn du das nur mal ausprobierst. Wie so vieles im Leben sind es die kleinen Dinge, die mit der Zeit einen Unterschied bewirken.

Mach aus deinem Leben ein Meisterwerk,

 

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