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als ich begann, etwas gegen meine religiösen Angstattacken zu unternehmen, gab es eine „böse Überraschung“: Meine Angst schien es nicht im geringsten zu kümmern, was sich mein Verstand mühsam erarbeitet hatte!

Das muss ich ein wenig erklären: Ich hatte mich anfangs mit Religionsgeschichte und kritischer Bibellektüre, später mit logischen Argumenten (siehe letzter Brief) auseinandergesetzt und so richtig „fit“ gemacht. Mein Verstand sagte mir ganz klar, dass es den Gott in der Form, wie ich ihn bisher gesehen hatte, wohl nicht geben wird. Dass das überhaupt keinen Sinn ergibt.

Aber ich lernte bald, dass ich allein über den Verstand nicht wirklich weiterkomme, denn als ich eine Woche später wieder ein Kruzifix am Wegrand sah, einen christlichen Aufkleber oder auch nur eine gewisse Wolkenkonstellation, startete mein Gedankenkarussell erneut: „Und was, wenn der Teufel mir nur eine Falle stellt?„.

Mein Verstand hatte nicht die Spur eine Chance: K.O. in der ersten Runde!
Ich empfand das regelmäßig wie einen Überfall, dem ich NICHTS entgegen setzen konnte.

 

Irgendwann kam mir aber der Gedanke, dass mein Gedankenkarussell letztendlich doch nur aneinandergesetzte Gedanken sind, bei denen sich bei mir eben Angst entwickelt. Es gibt aber jeden Tag auch Situationen, in denen ich mich einfach entscheide, meine Gedanken zu unterbrechen und an etwas neues zu denken – einfach so, weil ich es will:

  • wenn ich noch meinen letzten Urlaub im Kopf habe und mich jetzt wieder auf meine Arbeit konzentrieren will
  • wenn ich noch die Arbeit im Kopf habe und mich jetzt entscheide, meine volle Aufmerksamkeit (m)einem Kind zu widmen, weil es mich jetzt braucht
  • wenn ich mich über Deppen im Strassenverkehr geärgert habe, mich aber jetzt auf den Feierabend freuen will

Konnte es so einfach sein? Einfach an etwas anderes denken?
Naja, schon bei den Beispielen oben war mir schnell klar, dass es manchmal ganz und gar nicht einfach ist. Und bei meinen Ängsten ging es schließlich um ein Weltbild, welches 1/4 Jahrhundert meine Realität war.

Ich hab aber auch gelernt, dass ich immer besser darin werden kann, mir meinen Tag nicht durch einen blöden Autofahrer verderben zu lassen. Und je wichtiger mir der neue Gedanke ist, desto leichter kann ich den alten Gedanken ablegen. Wir sagen dann „es lohnt sich einfach nicht, ihn festzuhalten„.

Manche Menschen sind wahre Meister in dieser Disziplin:

  • Spitzensportler gewinnen dadurch Meisterschaften
  • Musiker können vollkommen „abschalten“ und in ihr Werk versinken
  • Ärzte operieren am offenen Herzen und können sich keine anderen Gedanken „erlauben“

Wir finden die Leistungen und Werke dieser Menschen faszinierend, lesen ihre Bücher, vertrauen uns ihnen an, weil sie diese Fähigkeit „besitzen“. Aber sie alle kommen damit nicht auf die Welt – sie müssen es erlernen und dann trainieren. Zuerst in kleinen, unproblematischen Situationen und später in den Bereichen, in denen es für sie wichtig wird.
Sie sammeln Erfahrungen und bauen darauf auf.

 

Ich hatte wieder etwas gefunden, an dem ich „arbeiten“ konnte, denn mir war auch etwas wichtig: ein Leben ohne Ängste!

Damals war ich mir noch unsicher, ob ich mein Gedankenkarussell auf diese Weise wirklich verändern kann. Und manchmal hatte ich auch mehr Argumente dagegen als dafür. Naja – das war damals…

 

Wenn ich in der Überschrift von einem „Traumpaar“ spreche, dann meine ich damit folgendes: Ich brauche spezielles WISSEN als eine Grundlage für meinen Verstand, damit ich weiß, welche neuen Gedanken ich denken will. Und ich brauche die FÄHIGKEIT, das dann auch zu tun.

Gemeinsam ist dieses Paar „Wissen & Fähigkeit“ ein unschlagbares Team – und ich kann beides aufbauen: im Alltag, mit guten Büchern, mit diesen Coachingbriefen – oder, wer es gerne strukturiert und konzentriert mag: in meinem Kurs „Religiöse Ängste verstehen und beenden“ .

 

Mach aus deinem Leben ein Meisterwerk,

PS: Viele Jahre später hörte ich von einer „Lücke zwischen Reiz und Reaktion„, in der wir entscheiden können, wie es weitergeht. Aber davon erzähle ich Dir in einem anderen Coachingbrief.

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